Eine KI-Schulung für einen Handwerksbetrieb sollte an konkreten Aufgaben ansetzen: eine Kundenanfrage erfassen, Arbeitsnotizen strukturieren oder einen Angebotsentwurf prüfen. Definieren Sie vor der Buchung, was die Teilnehmenden danach selbstständig bearbeiten können sollen und wer die Ergebnisse im Betrieb freigibt.
Die folgenden Lernziele und Übungen sind redaktionelle Planungsvorschläge. Sie beschreiben keine durchgeführten Kundenschulungen und versprechen keine feste Zeitersparnis.
Welche Mitarbeitenden brauchen welche Inhalte?
- Büro und Kundenservice: Anfragen strukturieren, Rückfragen formulieren und Aussagen einer KI gegen freigegebene Informationen prüfen.
- Baustelle und Werkstatt: Notizen verständlich erfassen, Fachbegriffe und Maße kontrollieren sowie einen Bericht mit dem tatsächlichen Arbeitsstand abgleichen.
- Betriebsleitung: Geeignete Aufgaben auswählen, Kosten und Nacharbeit bewerten, Zuständigkeiten festlegen und über einen begrenzten Test entscheiden.
Bei einem kleinen Team können diese Rollen in denselben Personen zusammenlaufen. Planen Sie dann gemeinsame Grundlagen und unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Workshops. Ein kurzer Vorkenntnischeck hilft, Unter- und Überforderung zu vermeiden.
Vier Grundlagen für alle Teilnehmenden
- Aufträge verständlich formulieren: Ziel, vorhandene Informationen und gewünschtes Ausgabeformat benennen.
- Ergebnisse prüfen: Fehlende Angaben, erfundene Fakten und falsch übernommene Zahlen erkennen.
- Freigegebene Werkzeuge verwenden: Die im Betrieb vereinbarten Zugänge und Übungsdaten nutzen.
- Grenzen erkennen: Wissen, wann Rückfragen, fachliche Prüfung oder die Bearbeitung ohne KI nötig sind.
Lassen Sie die Teilnehmenden diese Fähigkeiten an einer Aufgabe zeigen. Eine Teilnahmebescheinigung allein sagt noch nicht, ob jemand ein Ergebnis im Alltag prüfen kann.
Übung 1: Eine Kundenanfrage aufbereiten
Geben Sie eine fiktive Nachricht vor: Ein Kunde möchte eine Leistung, nennt aber weder Maße noch einen vollständigen Terminwunsch. Die Teilnehmenden sollen eine Übersicht und eine kurze Rückfrage entwerfen. Die KI darf fehlende Angaben nicht ergänzen.
Bewertung: Sind alle vorhandenen Informationen richtig übernommen? Werden Lücken sichtbar? Ist die Rückfrage verständlich, ohne eine ungeprüfte Zusage zu enthalten?
Übung 2: Einen Arbeitsbericht erstellen
Verwenden Sie fiktive Stichpunkte zu ausgeführten Arbeiten, Material und einem offenen Punkt. Lassen Sie daraus einen Bericht entwerfen. Fügen Sie in einer zweiten Version absichtlich eine falsche Menge ein und prüfen Sie, ob die Teilnehmenden den Fehler im Vergleich mit den Originalnotizen finden.
Bewertung: Ist der Bericht vollständig? Stimmen Zahlen und Fachbegriffe? Bleiben offene Arbeiten als offen erkennbar? Diese Übung lässt sich ohne echte Kunden- oder Projektdaten durchführen.

Symbolbild: Keine Dokumentation einer durchgeführten Schulung.
Übung 3: Einen Angebotsentwurf prüfen
Stellen Sie einen vorgegebenen Leistungsumfang und geprüfte Kalkulationsangaben bereit. Die Aufgabe ist, einen Textentwurf damit abzugleichen. Markieren Sie im Entwurf eine zusätzliche Leistung, eine fehlende Position und eine unbelegte Preisangabe.
Bewertung: Erkennen die Teilnehmenden alle Abweichungen und wissen sie, welche Person die fachliche Freigabe übernimmt? Der Schwerpunkt liegt auf der Prüfung, nicht auf einer automatischen Kalkulation durch einen Chatbot.
Checkliste für die Anbieterauswahl
- Passt das Lernziel zu den Aufgaben und Vorkenntnissen im Betrieb?
- Kann der Anbieter eine Beispielübung und den geplanten Ablauf zeigen?
- Wie viel Zeit ist für selbstständiges Arbeiten und Rückmeldung vorgesehen?
- Welche Werkzeuge und Lizenzen werden benötigt?
- Wie wird ausschließlich mit freigegebenen Daten gearbeitet?
- Welche Materialien können Sie nach dem Termin weiterverwenden?
- Wer unterstützt bei Fragen zur Anwendung nach dem Kurs?
- Welche Leistungen sind im Gesamtpreis enthalten?
Vergleichen Sie interne Trainer, externe Inhouse-Schulungen und offene Seminare. Ein extern geleitetes Training kann als Firmenschulung stattfinden; Inhouse bedeutet nicht automatisch, dass eigene Mitarbeitende unterrichten.
Den Transfer nach dem Workshop begleiten
Vereinbaren Sie eine überschaubare Folgeaufgabe und einen Feedbacktermin. Erfassen Sie die Zeit für Erstellung und Kontrolle zusammen. Besprechen Sie, welche Fehler auftreten und ob Zugänge, Zeit oder Unterstützung fehlen. Erst danach sollten Sie den Ablauf auf weitere Mitarbeitende ausweiten.
Für die Gestaltung helfen unsere praktischen Lernformate mit Übungen. Der Hauptartikel zu KI im Handwerk zeigt, wie Sie eine Aufgabe auswählen und einen vierwöchigen Pilotversuch planen.
